Labs Network Industrie 4.0 (LNI 4.0) erprobt die Praxistauglichkeit der DIN SPEC 92222 mit verschiedenen Partnern im Testbed „Cloud2Cloud“ und stellt so eine standardisierte Cloud-Kommunikation sicher. Die Anzahl an Cloud-Plattformen im industriellen Umfeld wächst stetig. Eine Vielzahl von Anbietern erobert mit eigenen Cloud-Diensten für Maschinen und Anlagen den Markt. Dies führt zu einer Segmentierung in der Branche, denn die Bedingungen der Interoperabilität zwischen Feldgeräten und Plattformen variieren je nach Anbieter stark. Die einzelnen cloudbasierten Systeme und Dienste setzen teils voraus, dass Komponenten- oder Maschinendaten oder ein Zugriff auf Maschinenfunktionen dem jeweiligen Anbieter zur Verfügung stehen, damit die Kompatibilität gewährleistet werden kann. Eine Konsensbildung wird zusehends notwendig, um die Kommunikation und den Datenaustausch zwischen Feldgeräten und Cloud-Systemen zu standardisieren. Diese Konsensbildung wird in der „Industrielle Cloud Federation“, wie Filiz Elmas und Dr. Christoph Legat in ihrem Artikel „Cloud Kommunikation ohne Grenzen“ im Fachmagazin Computer & Automation beschreiben, angestrebt, die eng mit dem europäischen Projekt GAIA-X verzahnt werden wird: https://www.data-infrastructure.eu/GAIAX/Navigation/EN/Home/home.html

Cloud-Systeme sind nicht nur online Speicherorte, die uns von den Einschränkungen einer lokalen Festplatte erlösen. Sie sind auch die Grundlage der Industrie 4.0, weil sie neben Speicherplatz auch Rechenleistung und Anwendungssoftware als Dienstleistung ermöglichen. Das Ziel der Industriellen Cloud Federation ist, die Interoperabilität zwischen Feldgeräten und verschiedenen Plattformen zu verbessern. Um einer breiten Akzeptanz einen Schritt näherzukommen, haben verschiedene Partner die Erarbeitung einer neuen DIN SPEC 92222 in die Wege geleitet. Diese ist ein Referenzmodell für die Industrielle Cloud Federation und fördert die Konsensbildung zwischen unterschiedlichen Stakeholdern wie Anlagenbetreiber, Komponentenhersteller, Maschinen- und Anlagenbauer, Anbieter von Smart Applications, Anbieter von Cloud-Infrastruktur und Cloud-Plattformen. Aktuell beteiligen sich 29 Institutionen an der Entwicklung. Darunter sind Unternehmen aus allen bekannten Stakeholder-Gruppen, vier Vereine beziehungsweise Verbände und drei Forschungsinstitute der Fraunhofer Gesellschaft. Die Standards sollen schnell für die Öffentlichkeit bereitstehen und die Entstehung innovativer, neuer Geschäftsmodelle ermöglichen.

Eine Kooperation mit dem LNI 4.0 erprobt die Praxistauglichkeit der DIN SPEC 92222. Im Testbed „Cloud2Cloud“ des LNI 4.0 testen Partner diverse Anwendungsfälle des Mittelstandes in einem vorwettbewerblichen Umfeld. Der neue Standard bietet Innovationen und datengetriebenen Geschäftsmodellen einen einheitlichen Rahmen für die standardisierte Cloud-Kommunikation, unabhängig von dem Hersteller der Maschinen.

Den Link zum Artikel „Cloud Kommunikation ohne Grenzen“ und zu dem gesamten E-Paper der Sonderausgabe zum Thema Smart Factory des Fachmagazins Computer & Automation finden Sie hier: https://www.computer-automation.de/unternehmensebene/engineering/das-neue-e-paper-ist-da.175154.html