„Menschen, Maschinen und Produkte sind direkt miteinander vernetzt: die vierte industrielle Revolution hat begonnen.“ Die Vernetzung von Maschinen und Prozessen ist bereits weit fortgeschritten, die Integration der Menschen in die Produktionsabläufe der Industrie 4.0 ist jedoch noch unzureichend. Hier setzt das neue LNI Testbed „Human-Machine-Process-Integration” (HMPI) an, welches in Zusammenarbeit mit dem Partner Bitkom entstand.

Unsere Motivation ist es, auf die unzureichende Integration der Menschen in die Produktionsabläufe der Industrie 4.0 hinzuweisen, operative Lösungsvorschläge für Industrie 4.0-Szenarien zu erarbeiten und diese in neutralen Labumgebungen bei LNI 4.0 den KMU zum Testen anzubieten – und das Ganze in Zusammenarbeit mit Bitkom in der Unterarbeitsgruppe (UAG) “Integration der Menschen in Industrie 4.0“.

Start- und Eintrittspunkt unserer Betrachtungen sind die technischen Lösungen, über die wir das Gesamtthema „Human Integration“ betreten. Die Abgrenzung, aber auch Interaktionen  zu den anderen Dimensionen des Gesamtthemas “Human Integration in Industrie 4.0” ist dem Schaubild zu entnehmen.

Quelle: Anja Simon / LNI 4.0

Im Rahmen von Vorschlägen für technische Lösungen und deren Umsetzungen avisieren wir neben einem engen Austausch mit den weiteren Dimensionen des Gesamtthemas (z.B. kulturelle, soziale oder rechtliche Aspekte, wie in der Grafik exemplarisch und plakativ dargestellt) auch die Erhöhung der Wahrnehmung und des Bewusstseins der Menschen für ihre Rolle in der zukünftigen Industrie 4.0-Welt.

Aus dem Blickwinkel der Unternehmen verändern sich mit der Etablierung neuer Technologien, der Verfügbarkeit von entsprechend leistungsfähigen Geräten und dem zunehmenden Aufkommen von technischen Lösungen im Rahmen von Industrie 4.0 nicht nur die Abläufe und Methoden in der Produktion bzw. in der geschäftlichen Wertschöpfung, sondern auch die Rollen der Menschen signifikant.

Die Vernetzung der Maschinen und Produkten wird bereits intensiv bearbeitet und es werden stets weitere Industrie 4.0-Lösungen für die Maschinen-Interoperabilität entwickelt. Bei dieser Betrachtung fehlt häufig der Mensch und dessen besondere Rolle im Rahmen der vernetzten Welt. In vielen Bereichen sind menschliche Akteure zentrale, einflussnehmende Elemente im Gesamtprozess. Der Mensch in seiner zentralen Rolle ist jedoch gleichzeitig die kreativste und damit am wenigsten planbare Komponente von allen. In der Automatisierung ging es vorrangig darum, den Menschen von körperlich-schweren und monotonen Arbeiten durch Maschinen/ Roboter zu entlasten. Dadurch konnten sowohl Effizienz als auch Prognostizierbarkeit enorm gesteigert werden.

Eine Modellierung des Menschen über eine rein hierarchische Industrie-4.0-Komponente hinaus ermöglicht es, ihn als kreativen “Supervisor“ an der ihm angemessenen Stelle einzusetzen. Dabei wird dem Supervisor die jeweilige Umgebung über menschliche  Interfaces zur Verfügung gestellt und damit seine zusätzliche Leistungsfähigkeiten entsprechend erweitert.

Die Einbindung der Menschen in die technischen Abläufe und die immersive Vernetzung mit Maschinen kann und muss aufgrund neuer Technologien, nun operativ verfügbarer Geräte  mit entsprechender Leistungsfähigkeit und wachsender Reife von Anwendungen im Geschäft verstärkt adressiert und umgesetzt werden.

Dafür gilt es, die komplexe Struktur industrieller Prozesse zu erfassen und Methoden, Konzepte und technische Lösungen (weiter) zu entwickeln. Nur auf diesem Weg kann der Mensch effizient in die Transformation Industrie 4.0 eingebunden und eine “Mensch – Maschine – Prozess Interoperabilität“ hergestellt werden. Denn mit der rasanten Entwicklung neuer Technologien (z. B. virtuelle Realität, Big Data und Künstliche Intelligenz) hat sich das Arbeitsumfeld des Menschen grundlegend verändert.

 

Sind Sie an einer direkten Mitarbeit im LNI-Testbed interessiert?

Dann melden Sie sich bitte bei:

Labs Network Industrie 4.0 (LNI 4.0): Frau Anja Simon

Wenn Sie als Bitkom-Mitglied in das Thema reinschnuppern möchten, besuchen Sie unsere neue Unterarbeitsgruppe bei Bitkom “Integration der Menschen in Industrie 4.0 – technologische Aspekte im Gesamtkontext“

Bitkom e. V. / Fachreferentin Industrie 4.0 & Technische Regulierung: Frau Angelina Marko