Interview mit Dr. Christopher Meinecke, Leiter Digitale Transformation Bitkom e.V. und neues Vorstandsmitglied LNI 4.0

Welche Erfahrungen als Leiter der Digitalen Transformation bei Bitkom bringen Sie als Vorstandsmitglied bei LNI 4.0 ein?

Als Head of Digital Transformation ebne ich bei Bitkom e.V. Wege für digitale Technologien, erkenne Entwicklungspotentiale und neue Geschäftsmodelle. Hier liegen auch die Kernaufgaben von LNI 4.0: Digitale Innovationen werden in immer schnellerer Folge entwickelt und ersetzen und ergänzen damit öfter ältere Technologien; LNI 4.0 spricht KMU aktiv an, um den deutschen Mittelstand auf diese Entwicklungen und auf die zahlreichen Möglichkeiten, welche die Digitalisierung mit sich bringt, aufmerksam zu machen. So bereiten wir gemeinsam den Weg in die Digitalisierung vor und nehmen daher unsere Rolle als Dialogpartner, aber auch als Kompetenz- und Experimentierplattform für die deutsche Wirtschaft im Allgemeinen und für Unternehmen an der Schwelle zur Industrie 4.0 sehr ernst. Denn: Rund 26% der Unternehmen verfolgen nach wie vor keine Strategie zur Bewältigung des digitalen Wandels, obwohl über 90% der Betriebe die Digitalisierung als Chance wahrnehmen.

 

Welche langfristigen Auswirkungen wird Industrie 4.0 – Ihrer Meinung nach – auf den deutschen Mittelstand haben?

Langfristig wird die vierte industrielle Revolution die unterschiedlichsten Arbeitsschritte in Unternehmen vereinfachen, dabei die Produktivität steigern und gleichzeitig die Sicherheit verbessern. Die digitale Transformation von Unternehmen bietet der deutschen Wirtschaft enorme Möglichkeiten. Themen wie Künstliche Intelligenz werden die nächsten Jahre an Bedeutung zunehmen: Dort steckt für den deutschen Mittelstand großes Potential, um zum Beispiel Prozesse in der Produktion und Logistik zu automatisieren und damit Kosten zu senken. Außerdem wird Industrie 4.0 die Flexibilität der kleineren und mittleren Unternehmen deutlich steigern, die heutzutage den langfristigen Erfolg unterstützt. So können die KMU besser auf spontane Anforderungen ihrer Partner reagieren und bleiben wettbewerbstauglich. Bereits jetzt sagen 42% der Unternehmen, welche der Bitkom in einer repräsentativen Umfrage befragt hat, dass Betriebe, die frühzeitig auf die Digitalisierung gesetzt haben, heute Vorteile im Wettbewerb haben.

 

Wie arbeiten Bitkom und LNI 4.0 zusammen, um die Digitalisierung im deutschen Mittelstand voranzutreiben?

LNI 4.0 und Bitkom erreichen zusammen unzählige KMU in ganz Deutschland, um diese über die Chancen von Industrie 4.0-Anwendungen zu informieren, als Ansprechpartner zum Thema Digitalisierung und die Anwendungsmöglichkeiten zur Verfügung zu stehen. Der Bitkom e.V. bietet – wie andere LNI 4.0-Partner – gemeinsam mit seinen Mitgliedsunternehmen gesammelte Erfahrungen in unternehmensübergreifenden Testbeds für den deutschen Mittelstand an und nutzt dabei die gemeinsamen Synergieeffekte des LNI 4.0-Netzwerks, um einen produktiven Austausch zu fördern. Insbesondere über das Thema KI werden wir in den nächsten Jahren vermehrt informieren, denn gerade einmal 12% der von Bitkom in seiner Studie befragten Unternehmen nutzen bzw. planen oder diskutieren den Einsatz von KI in ihrer Produktion. Daran müssen wir arbeiten.

 

Wie können sich kleine und mittlere Unternehmen auf Industrie 4.0 vorbereiten?

Ich empfehle den Wissensaustausch. Die Plattform von LNI 4.0 www.lni40.de ist dafür eine der ersten Anlaufstellen für kleinere und mittlere Unternehmen. Außerdem finden immer wieder Wissenstransfer-Events rund um das Thema Industrie 4.0 statt, an denen kleinere und mittlere Unternehmen teilnehmen können. Bei diesen Veranstaltungen können Unternehmer ihr Wissen vergrößern, sich mit anderen Entscheidern vernetzen und Antworten auf ihre Fragen persönlich und direkt von Experten bekommen. Dazu arbeitet der Verein LNI 4.0 mit vielen etablierten Forschungseinrichtungen zusammen, um geeignete Zugänge zu Kompetenzen zu vermitteln. Bei LNI 4.0 haben KMU die Möglichkeit auf Erfahrungen von vielen digitalen Innovationen kostenfrei zurückzugreifen.